Netzplan

Was du heute lernst:

  • Die grundlegenden Termine der Netzplantechnik (FAZ, FEZ, SAZ, SEZ) definieren.
  • Vorwärts- und Rückwärtsterminierung zur Bestimmung der Projektdauer durchführen.
  • Gesamt- und Freipuffer berechnen und den kritischen Pfad identifizieren.

Netzplan

Die Netzplantechnik ist ein Verfahren zur Planung, Steuerung und Überwachung von Projekten, insbesondere im Hinblick auf Termine und Abhängigkeiten zwischen einzelnen Vorgängen. Sie ermöglicht die grafische Darstellung eines Projektablaufs und hilft dabei, Engpässe und den kritischen Pfad zu identifizieren.

Terminologie

  • FAZ: frühester Anfangszeitpunkt
  • FEZ: frühester Endzeitpunkt
  • d: Dauer des Vorgangs
  • SAZ: spätester Anfangszeitpunkt
  • SEZ: spätester Endzeitpunkt
  • GP: Gesamtpuffer = Zeitraum, um den ein Vorgang verschoben werden kann, ohne die spätesten Termine aller Nachfolger zu beeinflussen
  • FP: freier Puffer = Zeitreserve, um den sich ein Vorgang verzögern/verlängern kann, ohne dass die Termine der direkten Nachfolger gefährdet werden.
  • Arbeitspakete, die keinen Puffer haben (FP = GP = 0) bilden den kritischen Pfad (Zeitüberschreitung führt zu Gefährdung des Endtermins) im Netzplan
Merksatz: Der Netzplan ist ein gerichteter Graph zur zeitlichen Projektplanung. Er definiert Vorgangsfolgen und berechnet über die Vorwärts- und Rückwärtsterminierung Pufferzeiten sowie den kritischen Pfad.

Netzplan Terminologie

Netzplantechnik Schritt für Schritt

  1. Vorgänge identifizieren mit Name und Dauer
  2. Reihenfolge festlegen: Vorgänger
  3. Vorwärtsterminierung (First --> FAZ/FEZ)
    1. Start beim ersten Vorgang: FAZ = 0
    2. Berechnung: FAZ = FEZ des Vorgängers
    3. Berechnung: FEZ = FAZ + d
    4. Achtung: bei Parallelität gewinnt das Maximum
  4. Rückwärtsterminierung (Second <-- SAZ/SEZ)
    1. Start beim letzten Vorgang: SEZ = FEZ
    2. Berechnung: SEZ = SAZ des Nachfolgers
    3. Berechnung: SAZ = SEZ - d
    4. Achtung bei Parallelität: gewinnt das Minimum
  5. Gesamtpuffer: GP = SAZ - FAZ
  6. Freier Puffer: FP = FAZ Nachfolger - FEZ
  7. Krit. Pfad kennzeichnen: alle Vorgänge ohne Puffer (FP/GP = 0)

Netzplan Beispiel

Bildquelle: Einfaches Beispiel unter inloox.de

Übungsaufgabe: Netzplan erstellen und analysieren

Du planst die Einführung eines neuen Features in einer Software. Die folgenden Vorgänge müssen durchgeführt werden:

ID Vorgangsbezeichnung Dauer (Tage) Vorgänger
AAnforderungsanalyse5-
BDesign der Oberfläche7A
CDatenbankmodellierung6A
DImplementierung Frontend10B
EImplementierung Backend8C
FIntegration3D, E
GTestphase4F
HDokumentation5F
IRollout2G, H

Aufgabenstellung:

  1. Erstelle einen Netzplan für das Projekt.
  2. Bestimme für jeden Vorgang den frühesten Anfangszeitpunkt (FAZ), frühesten Endzeitpunkt (FEZ), spätesten Anfangszeitpunkt (SAZ) und spätesten Endzeitpunkt (SEZ).
  3. Berechne den Gesamtpuffer (GP) und den freien Puffer (FP) für jeden Vorgang.
  4. Identifiziere den kritischen Pfad des Projekts.
  5. Erläuter die Bedeutung des kritischen Pfades für die Projektsteuerung.

Hinweise zur Lösung:

  • Zeichne den Netzplan sorgfältig auf (z.B. als Vorgangsknoten-Netzplan).
  • Führe zuerst die Vorwärtsterminierung und anschließend die Rückwärtsterminierung durch.
  • Achte auf die korrekte Bestimmung des Maximums bei der Vorwärtsterminierung und des Minimums bei der Rückwärtsterminierung bei parallelen Vorgängen.
  • Der kritische Pfad besteht aus allen Vorgängen, bei denen der Gesamtpuffer und der freie Puffer null sind.

Schwierigkeitsgrad: einfach

Erwartete Bearbeitungszeit: 25 Minuten


Nächster Schritt

Nach der Zeitplanung kehren wir zur Prozesswelt zurück und lernen, wie man komplexe Geschäftsabläufe standardisiert modelliert.

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