Use-Case Diagramme

Was du heute lernst:

  • Analysieren: Akteure, Use-Cases und deren Beziehungen im Szenario finden.
  • Konstruieren: Saubere UML-Diagramme nach Standard entwerfen.
  • Bewerten: Den Systemumfang (Scope) klar abgrenzen.

The Logic: Das System aus der Vogelperspektive

Use-Case-Diagramme sind dein Werkzeug, um die funktionalen Anforderungen zu klären, bevor du dich im Code verlierst. Denn, bevor ein Softwaresystem entwickelt wird, ist es entscheidend zu verstehen, welche Aufgaben es erfüllen soll und wie die Benutzer damit interagieren werden.

Merksatz: Use-Case-Diagramme visualisieren wer (Akteur) mit dem System was (Use-Case) macht – ohne technische Details.

Das Toolkit: Notation & Regeln

  • Ziele:
    • Erfassung und Darstellung funktionaler Anforderungen
    • Kommunikation der Systemfunktionalität zwischen Stakeholdern und Entwicklern
    • Übersicht über den Systemumfang
  • Akteure (Strichmännchen): Personen oder externe Systeme, die mit deiner Software interagieren. Sie stehen immer außerhalb der Systemgrenze.
  • Use Cases (Ovale): Eine abgeschlossene Funktion (z. B. "Login"), die dem Akteur einen Mehrwert liefert. Beschriftung: Immer ein Verb am Ende.
  • Beziehungen – Die Logik:
    • Assoziation: Einfache Verbindungslinie zwischen Akteur und Use-Case.
    • <<include>>: Zwingende Einbindung. Der Pfeil zeigt vom Basis-Use-Case zum notwendigen Teil-Use-Case (z. B. Geld abhebenPIN prüfen).
    • <<extend>>: Optionale Erweiterung. Der Pfeil zeigt von der Erweiterung zurück zum Basis-Use-Case (z. B. Quittung druckenGeld abheben).
    • Generalisierung: Pfeil mit leerer Spitze. Steht für Vererbung ("ist ein...").
Wichtiger Hinweis: Verwechslungsgefahr bei der Pfeilrichtung! Bei include folgt der Pfeil dem logischen Ablauf, bei extend zeigt er auf das Element, das erweitert wird.

Übungsaufgabe: Das Schulbibliothekssystem

Aufgabenstellung:
Stelle dir ein digitales System für eine Schulbibliothek vor. Welche Akteure würden mit diesem System interagieren? Nenne mindestens drei verschiedene Akteure. Beschreibe für jeden Akteur mindestens zwei relevante Use Cases (Anwendungsfälle), die das System für diesen Akteur bereitstellen sollte.

Hinweise zur Lösung:

  • Akteur 1 (z.B. Schüler/Schülerin):
    • Use Case 1: Buch ausleihen
    • Use Case 2: Buch zurückgeben
    • Use Case 3: Bestand durchsuchen
  • Akteur 2 (z.B. Bibliothekar/in):
    • Use Case 1: Neues Buch erfassen
    • Use Case 2: Mahnungen versenden
    • Use Case 3: Benutzerkonten verwalten
  • Akteur 3 (z.B. Lehrkraft):
    • Use Case 1: Medien für den Unterricht reservieren
    • Use Case 2: Buchempfehlungen abgeben

Schwierigkeitsgrad: mittel

Erwartete Bearbeitungszeit: 20 Minuten


Nächster Schritt

Nachdem wir die funktionalen Anforderungen eines Systems mit Use Cases erfasst haben, werfen wir nun einen Blick auf die statische Struktur von Objekten.

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