Aktivitätsdiagramme (UML)
Lernziele:
- Zweck von Aktivitätsdiagrammen im Software-Entwurf erläutern.
- Notationselemente (Aktionen, Entscheidungen, Nebenläufigkeit) korrekt anwenden.
- Kontrollflüsse und Verantwortlichkeiten visualisieren.
Modellierung von Abläufen
Das Aktivitätsdiagramm beschreibt den zeitlichen Ablauf eines Prozesses. Es zeigt die sequenzielle oder parallele Abfolge von Aktivitäten sowie die Bedingungen für den Kontrollfluss.
Merksatz: Ein Aktivitätsdiagramm visualisiert den Kontrollfluss von Aktivitäten und Entscheidungen innerhalb eines Systems oder Prozesses.
Notationselemente
Die folgenden Elemente sind die Grundbausteine eines jeden Aktivitätsdiagramms:
| Element | Symbol (Textdarstellung) | Bedeutung |
|---|---|---|
| Startknoten | ● | Markiert den Beginn des Ablaufs. |
| Endknoten | ◎ | Zeigt das Ende des Ablaufs an. |
| Aktion | Rechteck mit abgerundeten Ecken | Ein einzelner, atomarer Schritt (z.B. "Rechnung prüfen"). |
| Kontrollfluss | → | Verbindet die Aktionen in ihrer logischen Abfolge. |
| Entscheidungsknoten | ◇ | Teilt den Kontrollfluss basierend auf Bedingungen (Guards) auf. |
| Zusammenführungsknoten | ◇ | Führt mehrere alternative Pfade wieder zusammen. |
| Parallelisierung (Fork) | Dicker Balken | Spaltet einen Kontrollfluss in mehrere nebenläufige Pfade auf. |
| Synchronisierung (Join) | Dicker Balken | Führt mehrere nebenläufige Pfade zusammen; Fortsetzung erst, wenn alle abgeschlossen sind. |
| Aktivitätsbereiche (Swimlanes) | Vertikale/horizontale Bereiche | Gruppieren Aktionen nach Verantwortlichkeiten (z.B. "Buchhaltung"). |
Beispiel: Prozess "Kaffee kochen"
Abbildung 1: Modellierung eines sequenziellen und parallelen Ablaufs.
Übung: Geldautomat
Erstelle ein Aktivitätsdiagramm für den Prozess "Geld abheben":
- Ablauf: Karte einstecken, PIN-Eingabe, PIN-Prüfung (Korrekt/Falsch), Betrag wählen, Auszahlung, Karte entnehmen.
- Anforderung: Nutze Start/Endknoten, Aktionen und mindestens einen Entscheidungsknoten.
Schwierigkeitsgrad: mittel
Bearbeitungszeit: 20 Minuten